Schilddrüsenunterfunktion und das Low-T3-Syndrom

Schätzungen zufolge leiden 20% der Bundesdeutschen an einer klinisch relevanten Schilddrüsenunterfunktion. Demnach sind rund 16 Millionen Menschen von einer unzureichenden Funktion ihrer Schilddrüse betroffen. Gründe dafür können sein:

  • Unzureichende Verfügbarkeit von Jod (Jodmangel)
  • Mangel an Thyrosin (das ist die Aminosäure aus der die Schilddrüsenhormone aufgebaut werden)
  • Störungen in der Hormonspeicherung oder -freisetzung
  • Unfähigkeit oder Einschränkung der Umsetzung in die aktive Hormonform, z.B durch Selenmangel
  • Autoimmune Prozesse

Der Musiker Funny van Dannen besingt die Schilddrüsenunterfunktion auf sehr heitere Weise. Mit Humor ist Vieles wirklich leichter zu ertragen, jedoch sollte eine Schilddrüsenunterfunktion nicht auf "die leichte Schulter" genommen werden. Eine funktionierende Schilddrüse ist der Grundstein für einen aktiven Stoffwechsel und damit für Vitalität - Gesundheit - Freude am Leben.

Menschen reagieren durchaus unterschiedlich auf den Mangel an Schilddrüsenhormon. Deshalb kann eine Schilddrüsenunterfunktion viele verschiedene Symptome hervorrufen:
  • Gewichtszunahme, Verstopfung, Frieren
  • kühle trockene Haut, stumpfe Haare, Haarausfall, dünne Augenbrauen, weiche und brüchige Fingernägel
  • unregelmäßige Periode, unerfüllter Kinderwunsch, Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft
  • Wasseransammlungen (Extremitäten, Gesicht)
  • Müdigkeit, vermehrtes Schlafbedürfnis, zunehmende Vergesslichkeit
  • Zunehmende depressive Verstimmung, Antriebsschwäche
  • unspezifische Schmerzen in Gelenken, Sehnen, Bändern....

Die einwandfreie Funktion der Schilddrüse ist von mehreren Faktoren abhängig. Aus diesem Grund sollte es auch selbstverständlich sein bei entsprechenden Beschwerden diese Faktoren in ihrer Gesamtheit zu untersuchen. Die tägliche Realität sieht aber anders aus. Im Allgemeinen wird der TSH-Wert (das ist das Hormon, dass die Stimulation der Schilddrüse vorantreibt) bestimmt und bewertet, ist dieser im Normalbereich, dann wird die Schilddrüse als gesund betrachtet und der Patient hat sich mit seinen Beschwerden abzufinden. Liegt der TSH-Wert überhalb des Normbereichs, dann wird ein Medikament verordnet (meist Thyroxin, also das Schilddrüsenhormon in seiner Speicherform). Der Grund für die Schilddrüsenunterfuntion wird in der Regel erst gar nicht ermittelt. Wenn Sie sich mit dieser Vorgehensweise nicht abfinden möchten oder Sie Ihre Schilddrüsenfunktion in Frage stellen, dann kann die ausführliche Diagnostik Ihr Weg sein.

Bei der ausführliche Schilddrüsen-Diagnostik werden viele Faktoren einbezogen:
  • TSH
  • fT3, fT4
  • T3 reverse
  • Ferritin
  • Blutbild
  • Magnesium im Vollblut
  • Selen im Vollblut
  • Mehr zum Thema Jodmangel lesen Sie hier
  • Anti-TPO

Die ca. Laborkosten betragen für Selbstzahler 167€, für Privatversicherte 202€


Schilddrüse und Körpertemperatur

Ein Mangel an Schilddrüsenhormon äußert sich recht häufig in einer reduzierten Körpertemperatur. Dadurch sind Menschen mit einem Schilddrüsenhormonmangel auch eher kälteempfindlich. Gleichzeitig können die Schilddrüsenhormone aber nur optimal umgesetzt werden, wenn die Körpertemperatur bei 37°C liegt. Dieser Zusammenhang wurde von Wilson beschrieben. Messen Sie Ihre Körpertemperatur - liegt Sie regelmäßig oder dauerhaft unter 37°C, dann könnte eine entsprechende Diagnostik für Sie sinnvoll sein. Hier können Sie ein entspechendes Temperaturprotokoll mit Anleitung herunterladen.

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Ihre
Marita Müller

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